U. U aj-forderungsmanagement - Glossar zum Forderungseinzug / Inkasso

aj-forderungsmanagement

Glossar

Dies ist ein Glossar zu Begriffen des Forderungseinzugs und Forderungsmanagements. Falls Sie einen Begriff in diesem Glossar vermissen, der zum Thema Forderungseinzug und Forderungsmanagement gehört, teilen Sie ihn bitte mit. Wir werden ihn dann ergänzen und erläutern. Geben Sie hier den vermissten Begriff ein.

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S

Schadenersatz

Unter Schadensersatz versteht man den Ausgleich einer unfreiwilligen Einbuße an Lebens- und Rechtsgütern. Die freiwillige Einbuße ist eine Aufwendung.

Schenkung

Die Schenkung ist ein zweiseitiger Vertrag, durch den jemand einem anderen etwas einen unentgeltlich zuwendet, vgl. § 516 BGB.

Schickschuld

siehe Leistungsort.

Schufa

Die Schufa ist die Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung. Sie ist eine privatwirtschaftlich organisierte Auskunftei, die Kontaktdaten, Art, Gegenstand und Zahlungsbedingungen des jeweiligen Geschäfts, abweichendes Zahlungsverhalten, Missbrauch von Konten/Kreditkarten nach Nutzungsverbot, Angaben aus öffentlichen Verzeichnissen, amtlichen Bekanntmachungen, Anfragen speichert und auf Antrag mitteilt.

Schuldanerkenntnis

Schuldanerkenntnis ist die Anerkennung eines Schuldverhältnisses durch Vertrag.

Schuldner

Der Schuldner ist derjenige, der sich in einem Schuldverhältnis zur Erbringung einer Leistung verpflichtet hat.

Schuldnerverzug

siehe Verzug.

Schuldverhältnis

Ein Schuldverhältnis ist eine zwischen (mindestens) zwei bestimmten Personen bestehende rechtliche Sonderverbindung, durch die Ansprüche begründet werden.

Schwebende Unwirksamkeit

Zustimmungsbedürftige Rechtsgeschäfte sind schwebend unwirksam, wenn sie um wirksam zu werden der Genehmigung eines Dritten bedürfen, z.B. Abschluss von Verträgen Geschäftsunfähiger, von Vertretern ohne Vertretungsmacht.

Schweigen

Beim Schweigen fehlt es an einem Erklärungszeichen, welches für den objektiven Tatbestand einer Willenserklärung erforderlich ist. Das heißt Schweigen ist grundsätzlich keine Willenserklärung. Hiervon gibt es 3 Ausnahmen. Das beredte Schweigen nach vorheriger Parteivereinbarung, die Bedeutung, die das Schweigen nach dem Gesetz bewirken kann (Zustimmung, z.B. gemäß § 516 Abs. 2 BGB, oder Ablehnung, z.B. gemäß § 108 Abs. 2 Satz 2 BGB) und das kaufmännische Bestätigungsschreiben gemäß § 242 BGB.

Scheck

Der Scheck ist eine Urkunde, die eine unbedingte Anweisung des Ausstellers an seine Bank enthält, an den Inhaber- oder Überbringer die im Scheck genannte Summe innerhalb der Vorlegefrist des § 29 Scheckgesetz (8 Tage ab Ausstellung) zu zahlen.

Sicherheitsleistung

Erstinstanzliche Urteile, die noch durch ein Rechtsmittel angreifbar sind, sind noch nicht rechtskräftig, aber vorläufig vollstreckbar. Sie können in den Fällen des § 708 ZPO ohne Sicherheitsleistung und in allen anderen Fällen gegen Sicherheitsleistung vollstreckt werden, vgl. § 709 ZPO. Die Sicherheitsleistung soll das Insolvenzrisiko, dem der erstinstanzlich Unterlegene ausgesetzt wird, mindern.

Sicherungsübereignung

Die gesetzlich nicht geregelte Sicherungsübereignung dient der Kreditsicherung. Es gibt die unbedingte und die bedingte Sicherungsübereignung.
Bei der unbedingten Sicherungsübereignung überträgt der Sicherungsgeber/Kreditnehmer dem Sicherungsnehmer/Kreditgeber das Eigentum an einer beweglichen Sache, behält aber den Besitz an der Sache, vgl. §§ 929, 930 BGB. Aus dem schuldrechtlichen Besitzmittlungsverhältnis ergibt sich der Rückübertragungsanspruch, nach Wegfall des Sicherungszwecks.
Bei der auflösend bedingten Sicherungsübereignung überträgt der Sicherungsgeber/Kreditnehmer dem Sicherungsnehmer/Kreditgeber das Eigentum an einer beweglichen Sache unter der Bedingung der vollständigen Rückzahlung des Kredits, vgl. §§ 929, 930, 158 Abs.2 BGB. Der Sicherungsgeber/Kreditnehmer behält den Besitz an der Sache und erhält ein Anwartschaftsrecht auf Rückerwerb des Eigentums, welches mit jeder weiteren Teilzahlung zum Vollrecht Eigentum erstarkt. Durch Rückzahlung des Kredits erlischt die Forderung und die Bedingung wird ausgelöst. Das Eigentum fällt an den Sicherungsgeber/Kreditnehmer zurück, vgl. §§ 929 S.2, 158 Abs.2 BGB. Vom gesetzlich geregelten zur zu sichernden Forderung akzessorischen Pfandrecht unterscheidet sich die Sicherungsübereignung auch darin, dass der Sicherungsgeber bei der Sicherungsübereignung weiterhin mit der Sache arbeiten kann.

Sittenwidrigkeit

Die Sittenwidrigkeit ist ein Verstoß gegen das Anstandsgefühl aller billig und gerecht Denkenden.

Stellvertretung

Die Stellvertretung ist in den §§ 164 ff. BGB geregelt. Vertretungsmacht erhält der Vertreter durch Vollmacht, Gesetz oder Duldungs- und Anscheinsvollmacht. Der Vertreter gibt eine eigene Willenserklärung in fremden Namen gegenüber dem Vertragspartner ab. Die Rechtsfolgen treffen den Vertretenen. Der Vertreter muss mindestens beschränkt geschäftsfähig sein. Die Stellvertretung ist u.a. zu unterscheiden von der mittelbaren Stellvertretung und der Botenschaft.

Streitiges Verfahren

Der Begriff „streitiges Verfahren“ meint den gerichtlichen Prozess in Abgrenzung zu den nichtstreitigen Verfahren der freiwilligen Gerichtsbarkeit, dem Mahnverfahren, etc.

Stundung/ Stundungsvereinbarung

Die Stundung ist eine vertragliche oder nachvertragliche Vereinbarung zwischen den Vertragsparteien, die vertraglich vereinbarte oder gesetzlich bestimmte Fälligkeit zeitlich hinauszuschieben. Die anfängliche Stundung schiebt gem. § 199 BGB den Verjährungsbeginn hinaus, die nachträgliche Stundungsvereinbarung kann u.U. als Anerkenntnis des Schuldners ausgelegt werden, die einen Neubeginn der Verjährung gem. § 212 Abs.1 Nr.1 BGB auslöst. Verzug kann mangels Fälligkeit auch nicht begründet werden.

Surrogat

Surrogat ist lateinisch und bedeutet Ersatz für einen Gegenstand.

Synallagma

Synallagma bedeutet gegenseitig. Das Zivilrecht differenziert nach synallagmatischen Verträgen, zB. Kaufvertrag, und sonstigen Verträgen, zB. unentgeltliche Verwahrung. Entscheident ist die Unterscheidung für die Zurückbehaltungsrechte aus § 320 BGB (Synallagma erforderlich) und § 273 (Synallagma nicht erforderlich). Der Begriff Synallagma ist gleichbedeutend mit dem Spruch: do ut des, der bedeutet: Ich gebe, damit du gibst.

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