aj-forderungsmanagement

Fragen und Antworten

Wir beantworten Ihnen alle allgemeinen Fragen zum Thema Forderungseinzug und Forderungsmanagement. Eine Rechtsberatung werden wir an dieser Stelle nicht vornehmen. Ihre Frage wird anonymisiert, falls Sie dies nicht schon ist, beantwortet und in dieser Rubrik veröffentlicht. Geben Sie hier Ihre Frage ein.

Frage vom 19.02.2011: Guten Tag, ich habe vor vielen Jahren mal an jemanden Geld verliehen. Dieser Mensch hatte mir sogar einen Schuldschein unterschrieben. Auf anraten eines Dritten habe ich dann die Zwangsvollstreckung (in Form von Mahnbescheid und Vollstreckungsbescheid) bei einem Anwalt in Auftrag gegeben. Der Vollstreckungstitel wurde erwirkt, bei der Vollstreckung ist allerdings nichts erreicht worden.
Nun bin ich in eine andere Stadt gezogen und es sind – wie bereits gesagt – so einige Jahre ins Land gezogen. Wie kann ich verhindern, dass mein Titel verwirkt, wenn der Schuldner immer noch nicht zahlen kann? Noch habe ich etwa 10 Jahre Zeit, aber wenn die Zwangsvollstreckungen weiter erfolglos sind…

Kann ich meinen Titel gegebenenfalls verkaufen? Es gibt doch Inkassounternehmen. Kann ich so wenigstens einen Teil meines Geldes zurückbekommen, da ich ja auch schon die Kosten für den Mahnbescheid und den Anwalt und den Gerichtsvollzieher aus meiner Tasche zahlen musste? Vielen Dank für Ihre Antwort im Voraus.

Die Verjährung führt nicht zum Erlöschen des Anspruchs, vielmehr stellt sie eine Einrede dar, die immer dann zum Tragen kommt wenn der Anspruchsgegner diese erklärt. Die Verjährung, kann durch verschiedenste Maßnahmen, die in den §§ 203 ff. BGB aufgezählt werden, gehemmt werden.

Irgendwann kommt es jedoch zu dem Zeitpunkt an dem die Verjährung eintritt. Solange Sie nicht eingewendet wird, kann Sie auch, ggf. durch eine Inkassofirma stellvertretend, geltend gemacht werden. Nach Einwendung durch den Schuldner, kann mit der verjährten Forderung nur noch aufgerechnet werden, ein Zurückbehaltungsrecht geltend gemacht werden, vgl. § 215 BGB oder die Einrede des nicht erfüllten Vertrages gem. § 320 BGB erklärt werden. Nach § 216 BGB kann aus der die verjährten Forderung sichernden Hypothek oder sichernden Pfandrechts auch Befriedigung gesucht werden.

Die Möglichkeit des Forderungsverkaufs an eine Inkassofirma besteht unabhängig von der Verjährung auch. Im Falle der Verjährung wird Ihnen aber kaum einer die Forderung abkaufen. Es gibt verschiedene Arten des Forderungskaufs, u.a. das echte (Forderungskaufvertrag) und unechte (Darlehensvertrag) Factoring. Beim Factoring kauft jemand (zB. ein Inkassounternehmen) einen Forderung für den tatsächlichen Wert der Forderung abzüglich seiner Gebühren und zieht den Wert vom Schuldner ein. Ob es sich um ein echte oder unechtes Factoring handelt, hängt davon ab, wer das Risiko des Forderungsausfalls trägt. Beim unechten Factoring soll die Forderung an den Forderungsgeber zurückfallen, wenn sie nicht eingetrieben werden kann; er trägt somit das Risiko des Forderungsausfalls. Erfüllt werden diese schuldrechtlichen Verträge durch Abtretung.
Lassen Sie sich von RA Alexis Jung persönlich darüber beraten, wie Sie vorgehen sollten.

zurück zu den anderen Fragen und Antworten

Adresse: RA Alexis Jung, Kurfürstendamm 132a, 10711 Berlin | Tel.: 030 - 206 785 21-0 | Durchw.: 030 - 206 785 21-3 | Fax: 030 - 206 785 22-9 | E-Mail: AnwaltJung@gmail.com | Bürozeiten: Mo - Fr, 09:00 Uhr - 17:00 Uhr |