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Fragen und Antworten

Wir beantworten Ihnen alle allgemeinen Fragen zum Thema Forderungseinzug und Forderungsmanagement. Eine Rechtsberatung werden wir an dieser Stelle nicht vornehmen. Ihre Frage wird anonymisiert, falls Sie dies nicht schon ist, beantwortet und in dieser Rubrik veröffentlicht. Geben Sie hier Ihre Frage ein.

Frage vom 17.05.2011: Ich habe über eine Internetplattform einen Malerauftrag erhalten. Wir haben einen Preis von 1800 € inkl. Mehrwertsteuer vereinbart. Mein Auftraggeber sollte eine Anzahlung von 20 % für die Materialien und anschließend nach konkreten Fortschritten weitere 20 % pro gemalertem Raum (Küche, Wohnzimmer, Schlafzimmer, jew. inklusive Fenstern, und Flur) bezahlen. Er zahlte 20 % und ich begann mit den Malerarbeiten im Wohnzimmer; stellte eine Rechnung über 360,00 Euro; arbeitete im Schlafzimmer weiter. Dann, als auch dieser Raum fertig war, stellte ich eine weitere Rechnung und kündigte an, erst weiter zu arbeiten, wenn beide Rechnungen bezahlt werden. Sie wurden nicht bezahlt. Ich habe mir nun ein Mahnbescheidsformular besorgt und ausgefüllt an das Amtsgericht Wedding gesendet. Mir ist jetzt aufgefallen, dass ich vergessen habe die Zinsen zu verlangen. Kann ich die Zinsen irgendwie noch bekommen?

Die Frage ist nicht so einfach zu beantworten:

Sofern der Schuldner Widerspruch gegen den Mahnbescheid oder Einspruch gegen den Vollstreckungsbescheid einlegt, können Sie in der Anspruchsbegründung, die Sie dann verfassen und an das zuständige Gericht versenden müssen, eine Klageerweiterung vornehmen. Der Antrag lautet dann: „ Der Beklagte wird verurteilt, an den Kläger 720,00 € zzgl. Zinsen in Höhe von 5 bzw. 8 % -Punkten über dem Basiszinssatz seit Rechtshängigkeit/Datum des Verzuges zu zahlen.“

Legt der Schuldner keinen Widerspruch oder Einspruch ein, können Sie die Zinsen beziffern und einen weiteren Mahnbescheid beantragen oder Klage erheben. Die Zinsen sind dann aber die Hauptforderung und die evtl. mit beantragten Zinsen beziehen sich auf diese Hauptforderung und nicht auf die ursprünglich begehrten 720,00 €. Besser wäre es den Mahnbescheidsantrag zurück zu nehmen und einen neuen korrigierten Mahnantrag zu stellen oder Klage zu erheben. Die Kosten der urspr. Beantragung müssten allerdings Sie selbst tragen. Sie können auch versuchen den „informellen Weg“ zu gehen, rufen Sie beim Mahngericht (in Ihrem Fall das AG Wedding) an und fragen Sie, ob diese den Antrag ergänzen können. Solange der Mahnbescheid noch nicht an den Schuldner zugestellt ist, dürfte es keine Probleme geben. Ob sich der Aufwand bei der Höhe Ihrer Forderung lohnt, sei dahingestellt. Ich vermute Ihre Frage ist eher hypothetischer Natur.

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