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Fragen und Antworten

Wir beantworten Ihnen alle allgemeinen Fragen zum Thema Forderungseinzug und Forderungsmanagement. Eine Rechtsberatung werden wir an dieser Stelle nicht vornehmen. Ihre Frage wird anonymisiert, falls Sie dies nicht schon ist, beantwortet und in dieser Rubrik veröffentlicht. Geben Sie hier Ihre Frage ein.

Frage vom 23.06.2011: Hallo, ich hatte wegen privater Probleme ca. zwei Monate lang meine Rechnungen nicht bezahlt. Nach der letzten Mahnung des Händlers hatte ich dessen Forderung bezahlt. Genau 5 Tage später erhielt ich von einem Anwaltsbüro eine Mahnung über die Kaufsumme und die Mahnkosten (welche ich ja auch schon mitbezahlt hatte) und zudem über Anwalts(Verwaltungs)kosten. Diese haben den ursprünglichen Kaufpreis direkt verdoppelt. Ich habe dem Anwalt dann direkt geantwortet, dass die Rechnung schon vor seinem aufgesetztem Schreiben bezahlt war. Jetzt droht er mir mit noch höheren Kosten (Gericht) wenn ich seine Kosten nicht bezahle. Für ihn wäre nur wichtig wann der Händler ihn beauftragt hätte (was ich ja nicht nachweisen kann), deshalb müsste ich diese Kosten auch tragen. Ich habe also das Datum von seinem Schreiben und meinen Kontoauszug von meiner Überweisung. Meine Frage: Ist das rechtens? Sollte ich die Kosten lieber bezahlen um noch mehr Ärger zu vermeiden. Danke für ihre Hilfe!

Anwaltsgebühren sind grundsätzlich vom Mandanten, also in Ihrem Fall dem Händler, zu zahlen.

Die gesetzlichen Gebühren für den Rechtsanwalt können jedoch als Verzugsschaden von Ihnen verlangt werden, wenn sie sich im Zeitpunkt der Beauftragung dieses Rechtsanwalts im Verzug befunden haben. Es kommt nicht darauf an, ob Sie die Hauptforderung vor seinem Schreiben bezahlt haben.

Ihrer Frage entnehme ich, dass Sie bereits von dem Händler nach Rechnungszugang gemahnt worden sind. Es reicht für den Verzugseintritt eine Mahnung aus, vgl. § 286 Abs.1 BGB.

Sie erklärten, die eigentliche Forderung habe sich verdoppelt. Das ist nur bei sehr geringen Forderungen denkbar. Ich vermute sie hatten eine Forderung in Höhe bis 300 EUR zu bezahlen, dann würden Anwaltsgebühren in Höhe von 46,41 EUR anfallen.

Sofern Ihnen also eine Mahnung zugestellt worden und die ggf. darin gesetzte Frist bei Zugang des anwaltlichen Schreibens abgelaufen ist, ist der Anspruch des Händlers auf Ersatz der anwaltlichen Gebühren berechtigt.

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