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Fragen und Antworten

Wir beantworten Ihnen alle allgemeinen Fragen zum Thema Forderungseinzug und Forderungsmanagement. Eine Rechtsberatung werden wir an dieser Stelle nicht vornehmen. Ihre Frage wird anonymisiert, falls Sie dies nicht schon ist, beantwortet und in dieser Rubrik veröffentlicht. Geben Sie hier Ihre Frage ein.

Frage vom 16.07.2011: Hallo RA Alexis Jung, meine Tochter hat die Miete für mehrere Monate nicht bezahlt. Ihr Freund steht ebenfalls im Mietvertrag ist aber kürzlich zu seiner neuen Freundin gezogen und hat ebenfalls seinen Mietanteil nicht gezahlt. Der Vermieter hat meiner Tochter nach mehreren Mahnungen einen Mahnbescheid vom Gericht zustellen lassen. Meine Tochter hat einen Widerspruch an das Gericht gesendet und hat nun eine Anspruchsbegründung der Rechtsanwälte […] erhalten. Muss der Vermieter nicht vom Exfreund meiner Tochter und von meiner Tochter jeweils die Hälfte der Miete verlangen?

Nein, sofern Ihre Tochter und der Exfreund beide Mietparteien des Vertrages waren, sind beide Gesamtschuldner kraft Vertrages. Der Vermieter kann sich seinen aus seiner Sicht greifbaren und solventeren Schuldner aussuchen und diesen zur vollständigen oder teilweisen Zahlung auffordern und verklagen. Er kann auch beide zusammen verklagen. Sofern zudem eine Räumung und Herausgabe nach Kündigung des Mietverhältnisses verlangt wird, müsste er sogar beide gemeinsam als Gesamtschuldner verklagen. Gesamtschuldnerschaft bedeutet in diesem Zusammenhang nämlich, dass jeder Mitmieter verpflichtet ist die ganze Miete zu bewirken, der Vermieter aber die Miete nur einmal fordern darf.
Zur Kostenminimierung kann Ihre Tochter den Widerspruch zurück nehmen, die Forderung anerkennen oder ein Versäumnisurteil (durch nichts tun innerhalb der Erwiderungsnotfrist) ergehen lassen. Ihre Tochter sollte zuvor jedoch prüfen, ob sie nicht Einwendungen gegen die Mietforderung oder eigene Forderungen gegen den Vermieter hat, und es dann auf den Rechtsstreit ankommen lassen. In jedem Fall kann Ihre Tochter den Exfreund in Regress nehmen, insoweit wäre die Streitverkündung in diesem Prozess anzudenken. In dem Rechtsstreit kann ich Sie vertreten.

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