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Fragen und Antworten

Wir beantworten Ihnen alle allgemeinen Fragen zum Thema Forderungseinzug und Forderungsmanagement. Eine Rechtsberatung werden wir an dieser Stelle nicht vornehmen. Ihre Frage wird anonymisiert, falls Sie dies nicht schon ist, beantwortet und in dieser Rubrik veröffentlicht. Geben Sie hier Ihre Frage ein.

Frage vom 06.03.2012: Hallo!
Ich arbeite freiberuflich als Audioengineer und Musikproduzent. Eine Sängerin und ihr Manager kamen zu mir, um ihre Songidee auskomponieren zu lassen. Ein Angebot für die komplette Produktion des Liedes mit Komposition, Aufnahme und Mischung wurde ausgestellt. Ich habe ihnen bei einem weiteren Treffen einige Wochen später, bei dem beide anwesend waren, meine Ideen bei mir im Studio vorgestellt. Es wurden auch einige Testaufnahmen gemacht. Audiodaten gebe ich erst nach Anzahlung an meine Kunden zur Mitnahme heraus. Es wurde somit vereinbart, dass nach Anzahlung des halben Rechnungsbetrages (~800€ Brutto) der Song fertig komponiert und gemischt wird und dem Kunden auf CD zum weiteren Anhören mitgegeben wird. Die Rechnung lief auf die Sängerin und das Geld traf nach einigen Wochen auf meinem Konto ein. Wiederum ein paar Wochen später kam der Manager alleine und hatte ein paar kleine Änderungswünsche. Insgesamt wurde mir aber gesagt, dass sie (insbesondere die Sängerin) mit der Arbeit zufrieden seien. Eine MP3 mit den aktuellen Änderungen wurde an den Kunden geschickt. Es wurde ein Termin für die Stimm-Aufnahmen vereinbart. Dieser Termin wurde kurzfristig abgesagt. Einige Wochen später teilte mir der Manager mit, dass Sie mit dem Ergebnis auf einmal ganz und gar unzufrieden seien und ihr Geld zurück möchten. Ich habe bereits mehr als die Hälfte der veranschlagten Arbeiten in das Projekt investiert und habe ihnen gesagt, dass dies daher nicht möglich sei. Ferner habe ich mich bereit erklärt das Projekt abzubrechen, auf die Restzahlung zu verzichten und Ihnen alle bisher angefallenen Audio und Projektdateien zukommen zu lassen. Darauf wurde nicht eingegangen. Nach über einem Monat später drohte nun der Manager dass er diesen Fall an seine Rechtsschutzversicherung weitergeben werde. Ich habe leider keine schriftlichen Protokolle über die Treffen, jedoch war während jedem der Treffen ein Kollege von mir anwesend, der mir dies bestätigen kann. Ich habe keine Rechtsschutzversicherung und habe nun die Befürchtung mich einem hohen, finanziellen Risiko auszusetzen. Wie soll ich weiter vorgehen?

Ohne den Kompositionsauftrag zu sehen, kann ich keine verbindliche Aussage treffen.

Grds. können sie gegen Ihren Kunden eine Werklohnvergütung nach §631 Abs.1 BGB und dem urheberrechtlichen Anspruch auf angemessene Vergütung nach § 32 UrhG haben. Die Fälligkeit nach reinem Werkrecht ohne Berücksichtigung des tatsächlich vereinbarten Vertrages, der mir unbekannt ist, ist abhängig von einer Abnahme durch Ihren Auftraggeber. Möglicherweise haben Sie eine Vergütung nach Abschnitten, Fortschritten oder Stunden vereinbart, dann gilt dies natürlich vorrangig. Sollte der Vorschuss vereinbart gewesen und wie geschildert bezahlt worden sein, verbleibt er grds. bei Ihnen, es sei denn es wurde Rücktritt oder Anfechtung erklärt…

Sie müssen in letzterem Fall also abwarten, ob eine Klage zugestellt wird.

Das finanzielle Risiko ist bei einem Streitwert von 800 EUR gering. In einem Klageverfahren würde Ihr Anwalt und der gegnerische RA jew. 217,17 EUR Gebühren kosten und das Gericht Gebühren in Höhe von 135 EUR verlangen. Im Falle des Unterliegens müssten Sie also neben der Hauptforderung 569,34 EUR zahlen. Im Falle des Obsiegens erhalten Sie Ihre RA-Kosten von der Gegenseite erstattet.

Für eine umfassende, detaillierte und verbindliche Beratung oder Vertretung, nehmen Sie mit mir Kontakt auf.

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