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Fragen und Antworten

Wir beantworten Ihnen alle allgemeinen Fragen zum Thema Forderungseinzug und Forderungsmanagement. Eine Rechtsberatung werden wir an dieser Stelle nicht vornehmen. Ihre Frage wird anonymisiert, falls Sie dies nicht schon ist, beantwortet und in dieser Rubrik veröffentlicht. Geben Sie hier Ihre Frage ein.

Frage vom 04.08.2012: Sehr geehrter Herr Rechtsanwalt, ich hatte einen Rechtsanwalt beauftragt für mich außergerichtlich und gerichtlich tätig zu werden. Das tat er. Er legte auch Klage für mich ein. Ich habe dann aber einen billigeren Anwalt gefunden. Der hat mir dazu geraten, meinen ursprünglichen Anwalt zu schreiben, dass ich ihn nie zur Klage beauftragt hätte, wenn er mich richtig beraten hätte. Dieser hat dann meinen früheren Anwalt mitgeteilt, dass er mich nicht weitervertreten soll und, dass er mich fehlerhaft beraten hat und bei richtiger Beratung nie zur Klageerhebung beauftragt worden wäre. Der ursprüngliche Anwalt teilte dann mit, er würde wie gewünscht das Mandat niederlegen und die Rechtsanwaltskosten festsetzen lassen. Mein jetziger Anwalt hat den Klageantrag nun noch einmal wiederholt und meinte, ich solle nur die vorgerichtlichen Gebühren an meinen früheren Rechtsanwalt zahlen. Mein früherer Rechtsanwalt hat den zwischenzeitlich gestellten Kostenfestsetzungsantrag wieder zurückgenommen und beantragt nun den Mahnbescheid. Ich blicke da nicht mehr durch, können Sie mir das erklären?

Zunächst einmal, sollten Sie an Ihren jetzigen Rechtsanwalt herantreten und diesen fragen. Dieser wird Ihnen sicherlich auch erklären können, warum er denselben Klageantrag nochmal stellt. Er möchte nämlich gerne an Ihnen die Verfahrensgebühr verdienen und diese dem ursprünglichen Rechtsanwalt streitig machen. Die gegenüber Ihrem früheren Rechtsanwalt behaupteten Einwendungen (kein Auftrag und Schlechtberatung) sind nicht gebührenrechtlicher Natur, da Sie sich gegen den Gebührenanspruch als solchen richten. Solche Einwendungen führen nach § 11 Abs. 5 Satz 1 RVG dazu, dass der Rechtspfleger die Festsetzung der Vergütung der Anwaltskosten abzulehnen hat und der ursprünglich beauftragte Rechtsanwalt seine Forderungen einklagen muss. In diesem Verfahren müssten Sie dann Beweis anbieten für Ihre Einwendungen, anderenfalls werden Sie auch diese Kosten zu tragen haben.

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